Kiko fliegt über der Stadt und sieht alles. Mo ist klein und sieht die Straße nur auf Kinderhöhe. Zusammen finden die beiden heraus, wo man sicher über die Straße kommt.
Ein Spiel von Stephan Patzsch · stephanpatzsch.de
Wohin gehen Kiko und Mo?
Geschafft!
Für Eltern
Kinder sehen den Straßenverkehr aus etwa einem Meter Höhe. Parkende Autos, ein Bus oder eine Hecke verdecken für sie die ganze Straße, und Autofahrer sehen umgekehrt das Kind nicht. Erwachsene unterschätzen das, weil sie über die Autos hinwegsehen. Das Spiel macht diesen Unterschied erlebbar: Von oben plant das Kind mit dem Vogel Kiko, dann schaut es mit Mos Augen nach, ob der Platz wirklich gut ist.
Die Grundregel
Ist ein Zebrastreifen oder eine Ampel in der Nähe, geht Mo immer dort rüber, auch wenn es ein kleiner Umweg ist. Kurz daneben über die Straße zu gehen, ist im Spiel immer die falsche Wahl. In den sechs Bildern geht Mo nur bei der „Kurve am Ortsrand“ frei über die Straße, weil dort weit und breit keine Querungshilfe ist. In Mos Aufträgen prüft das Spiel jede Stelle selbst. Auch dann entscheidet das Kind selbst mit „Jetzt gehen“, wann die Straße frei ist.
Die sechs Bilder
Zebrastreifen. Am Zebrastreifen müssen Autos Fußgänger über die Straße lassen. Das Kind beobachtet, dass die Autos dort anhalten und an anderer Stelle weiterfahren. Trotzdem gilt: warten, bis sie wirklich stehen.
Parkende Autos. Zwischen parkenden Autos sieht das Kind die Straße nicht und wird selbst nicht gesehen. Eine freie Stelle daneben ist besser, aber trotzdem falsch, weil der Zebrastreifen nah ist. Richtig ist nur der Zebrastreifen.
Ampel. Für Fußgänger zählt das Ampelmännchen. Rot heißt stehen, Grün heißt gehen. Bei Grün trotzdem kurz auf abbiegende Autos achten.
Kurve am Ortsrand. Hier gibt es weit und breit keine Querungshilfe. Direkt hinter der Kurve tauchen Autos hinter der Hecke plötzlich auf. Besser dort queren, wo die Straße gerade ist und man weit in beide Richtungen sieht.
Bus. Nie vor oder hinter einem haltenden Bus über die Straße. Der Bus verdeckt die Sicht in beide Richtungen. Die Ampel ist nah, also geht Mo dorthin und wartet auf Grün.
Lastwagen. Das Kind setzt sich in den Fahrersitz und sieht selbst: Direkt neben dem Lastwagen ist Mo unsichtbar (toter Winkel). Mit Abstand warten, bis der Lastwagen abgebogen ist. Auch Lastwagen mit Abbiegeassistent sind kein Grund, nah heranzugehen.
So spielt man
Unten wechselt der große Schalter jederzeit zwischen „Von oben“ und „Mos Augen“. Mit den Pfeilen links und rechts oder durch Wischen dreht Mo den Kopf.
Fehler kosten nichts außer einem Stern. Kiko erklärt, was Mo übersehen hat, und das Kind darf neu wählen.
Auf jeder Bildkarte erzählt Kiko mit dem Knopf „Erzählen“, worum es geht.
Mos Aufträge
Die ganze Stadt ist offen. Mo bekommt immer neue Aufträge (Brötchen holen, Oma besuchen, zur Schule, in den Park …) und das Kind sucht den Weg selbst. Für jeden Auftrag gibt es einen Sticker, ohne Fehler einen goldenen.
Auf den Gehweg tippen: Mo läuft hin. Auf die Straße tippen: Mo geht dort an den Bordstein und will hinüber. Ziehen verschiebt die Karte, + und − zoomen. Die kleine Karte unten zeigt Mo und das Ziel.
Das Spiel prüft jede Stelle echt: Ist ein Zebrastreifen oder eine Ampel in der Nähe (60 m), muss Mo dorthin. Sonst schaut Mo von Kinderhöhe, ob parkende Autos, Bus, Hecke oder Haus die Sicht versperren.
Fahrrad: Erst den Helm aufsetzen. Kinder unter acht Jahren fahren auf dem Gehweg, über die Straße wird geschoben, an Fußgängern langsam und mit Klingeln vorbei.
Verkehrsschilder: Kiko führt Mo zu Schildern in der Stadt. An der Quizstation mit dem Fragezeichen gibt es ein Schilder-Quiz mit 14 Zeichen. Neben jeder Antwort liest ein Lautsprecher-Knopf vor, damit es ohne Lesen geht.
Schule und Kreisverkehr: Vor der Schule hilft eine Schülerlotsin mit der Kelle. Mo wartet auf ihr Zeichen.
Bahnübergang: Blinkt das rote Licht oder ist die Schranke zu, bleibt Mo stehen, bis der Zug vorbei ist.
Dämmerung: Abends wählt Mo die Warnweste, damit Autofahrer Mo früh sehen.
Unterwegs: Mal rollt ein Ball auf die Straße, ein Auto fährt rückwärts aus der Einfahrt, ein Hund kommt entgegen oder ein kleiner Junge will einfach losrennen. Spaziergänger kann man antippen, sie grüßen.
Federn: Kiko hat blaue Federn verloren. Für je zehn eingesammelte Federn bekommt Kiko eine Überraschung.
Ton
Kiko spricht alle Texte vor. Oben rechts lässt sich der Ton ausschalten. Jede Antwort hat zusätzlich einen Vorlese-Knopf.
Danach draußen üben
Geht in die Hocke und schaut gemeinsam auf Kinderhöhe zwischen zwei parkenden Autos durch. Das wirkt stärker als jede Erklärung.
Fragt an echten Stellen: „Wo würde Kiko hier rübergehen?“ und „Was sieht Mo von hier?“
Kinder im Vorschulalter können Geschwindigkeit und Abstand noch nicht sicher einschätzen. Das Spiel übt deshalb den Blick für gute und schlechte Stellen, nicht das Abschätzen von Lücken.
Über das Spiel
„Kiko & Mo“ ist für meinen Sohn entstanden, damit er spielerisch lernt, wo man sicher über die Straße geht. Jetzt dürfen auch seine Freunde mitspielen. Mehr über mich und meine Arbeit als Fotograf: